Welche lieferbaren Ausgaben sind heute zitierfähig? Unsere Kaufempfehlungen für Gerstäcker-Buchausgaben neben der von uns neu herausgegebenen Werkreihe nach der "Ausgabe letzter Hand" mit zahlreichen Hinweisen, Illustrationen und einem Nachwort, alle Bände einheitlich im festen Einband,  Preis pro Band 20,-- €

Bitte beachten Sie die aktuellen Hinweise auf weitere Neuausgaben am Ende der Seite!

Zunächst einmal zu den antiquarischen Ausgaben, die es in unterschiedlicher Preislage auf den verschiedenen Internet-Plattformen gibt (nicht jedoch über uns!):

Gesammelte Schriften. Volks- u. Familienausgabe, 43 bzw. 44 Bände, Jena, Costenoble, 1872-79.

Umfasst zwei Serien, Serie 1 22 Bände, Serie 2 21 bzw. 22 Bände (die dreibändige Ausgabe der 'Kleinen Erzählungen u.nachgel. Schriften' liegt uns im Original vor!) Unbedingte Kaufempfehlung - Ausgabe letzter Hand, von Friedrich Gerstäcker durchgesehen, korrigiert und für die erste Werkausgabe eingerichtet. Es gibt sehr unterschiedliche Einbände dieser Serie, zumal sie auch sehr häufig in Lieferungen bezogen und in private Bucheinbände gebunden wurden. Für unverzierte, schlichte Bucheinbände kann man zwischen 10 und 15 € rechnen, je nach Erhaltungszustand, für verzierte, teilweise blind geprägte Buchdeckel zwischen 15 und 30 € pro Band.

Friedrich Gerstäckers Volkstümliche Schriften. 10 Bände Neue Costenoblesche Originalausgabe, H. Costenoble, Jena. Die zehn Bände umfassen: 1. Unter dem Aequator / 2. Gold / 3. Die Flußpiraten des Mississippi / 4. Die Regulatoren in Arkansas / 5. Im Busch / 6. Unter den Pehuenchen / 7.  Blau Wasser / 8. Aus zwei Weltteilen / 9. Streif- u. Jagdzüge durch die Vereinigten Staaten Nordamerikas / 10. Im Eckfenster. Die Reihe weist Bearbeitungen auf, die Einbände variieren - siehe oben - vom Leinen- (7. Auflage) zum Halbleinenband (8. Auflage) zum völlig veränderten Leineneinband mit farbigem Aufdruck. Die beiden Ausgaben zeigen das Gerstäcker-Bild mit untergeschlagenen Armen, allerdings in der 7. Auflage mit faksimilierter Unterschrift, in der 8. mit gedruckter Unterschrift und dort auch gegenüber dem Titel. Druckvermerke: "Gedruckt bei H.Costenoble in Berlin und Jena", "Frommansche Buchdruckerei (Hermann Pohle) Jena - 4966" und denselben Eintrag mit der Zahl "5072". Antiquariatspreise 5,-- bis 10,-- € bei guter Erhaltung für Leinenbände. Nicht zu verwechseln mit der zehnbändigen, illustrierten Ausgabe bei Neufeld & Henius!

Ausgewählte Werke. 2. Volks- u. Familienausgabe. Neu durchgesehen und herausgegeben von Dietrich Theden. 24 Bände in 2 Serien zu je 12 Bänden. Jena, Costenoble, 1889-91.

Ab hier beginnen die Bände mit den zwar hübschen Einbänden, aber mit Bearbeitungen im Text - optisch sammelnswert, inhaltlich jedoch für wissenschaftliche Arbeiten nicht mehr zitierbar. Für Kenner vergleichbar mit den Karl-May-Ausgaben der Verlage Fehsenfeld und "Radebeul". Von dieser Reihe gibt es außerdem die Serien 3 und 4, die uns vorliegen. Nicht nur optische Einbandänderungen, auch inhaltlich hat der Verlag alles verwendet, was im Lager an Rohbögen vorhanden war - es gibt Buchblöcke mit Bänden der Volks- u.Familienausgabe neben Neufeld & Henius-Bänden. Zu diesen kuriosen Ausgaben siehe auch: Beiträge zur Friedrich-Gerstäcker-Forschnung Nr. 6. Diese relativ unbekannten Bände der 3. und 4. Serie enthalten Buchblöcke der späteren Ausgabe. Zwar steht auf dem Buchumschlag als Herausgeber noch D. Theden, die Bände entsprechen aber der von Döring u.a. betreuten Ausgabe. Das Deckelbild ist zwar motivgleich mit dem obigen, aber der Schriftzug unten rechts "Jena, Hermann Costenoble", fehlt. Dass die Federhaube auf dem Buchrücken in die andere Richtung gedreht ist, trifft zwar auf diese beiden Serien zu, ist aber selbst schon bei Bänden der 1. und 2. Serie zu finden.

3 Serie BR

3. Serie, Band 6, Unter Palmen und Buchen, neu durchgesehen und herausgegeben von Dr. Carl Döring, Berlin, Neufeld & Henius

Reiseromane und Schriften. 45 Bände, Berlin, Neufeld & Henius. Neu durchgesehen und herausgegeben von Dietrich Theden (1-24), Dr. Carl Döring (25-43) und Max Bauer (44-45).

Beide Serien findet man noch sehr häufig im Antiquariatshandel, meist aufgrund des schönen Einbandes zu völlig überzogenen Preisen. Realistisch wären pro Band - wie immer, nach Erhaltungszustand - zwischen 5 und 20 € (maximal). Die rechte Abbildung ist eine Halbleinenausgabe mit Pappeinband.

Friedrich Gerstäcker - Rückentitel: Gerstäckers Gesammelte Reiseromane. Innen: Neue illustrierte Ausgabe in 10 Bänden mit 120 Vollbildern von A. Wald. Buchblock Neufeld & Henius-Ausgabe, bearb. wie oben, illustriert. Für Sammler vielleicht interessant aufgrund der Illustrationen, Marktpreise bis zu 10,-- €

Kurios: Einige der alten Buchblöcke der Gesammelten Schriften, Costenoble - also der "Ausgabe letzter Hand" - finden sich im "roten Einband" mit Mississippi-Dampferbild auch unter der Reihe "Fr. Gerstäcker's Werke und tragen auf dem Rücken einen Titel anstelle der Seriennummer der 2. Volks- u. Familienausgabe.

Alle späteren Ausgaben sind nicht sammelnswert - noch stärker bearbeitet als bei den oben beschriebenen Ausgaben, gekürzt oder als Jugendbuchausgabe gestaltet, wie z.B.die Ausgabe von Ensslin & Laiblin, Goldmann, Hesse & Becker usw. Übliche Marktpreise für diese Bände zwischen 1,-- und 5,-- €.

Noch ein Hinweis zu Neuausgaben: Der Buchmarkt treibt mitunter seltsame Blüten. Durch die heutige Technik ist vieles möglich, aber nicht unbedingt empfehlenswert. So gibt es eine Reihe von neuen Gerstäcker-Ausgaben nach den ersten Buchausgaben, was an sich ja sehr lobenwert wäre. Leider handelt es sich dabei um lieblos zusammengestellte Objekte, über Texterfassung gescannt, aber nicht durchgesehen und ohne korrigierte Textgestaltung - und zu Preisen, die denen der Originalvorlagen kaum nachstehen. Die Werke "Nach Amerika" u.a. sind in zahlreiche Teilbände zerlegt erhältlich, die Einzelbände liegen zwischen 40 und 50 €. Schade, dass man hier die guten Möglichkeiten der modernen Drucktechnik so schlecht nutzt. Auch ein ehemaliges "Herdertaschenbuch" mit unheimlichen Geschichten, 1982 erschienen, wurde in drei Einzelbände zerlegt und nun angeboten.

Friedrich Gerstäcker, Streifzüge durch Amerika. Gerstäckers "Erstling" wurde im Jahr 2000 für die Reihe 'Alte abenteuerliche Reiseberichte' für die Edition Erdmann von Thomas Ostwald eingerichtet. Aufgrund des vorgegebenen Seitenumfangs musste allerdings gekürzt werden. Die Buchausgabe erschien dann unter Lizenz im Weltbild-Verlag innerhalb der Reihe 'Aufbruch ins Unbekannte'. Beide Ausgaben sind noch im Antiquariatshandel zu finden.

Die Ausgabe im Union-Verlag, Stuttgart und Neues Leben, Berlin

1987 konnten Dr. Wolfgang Bittner und Thomas Ostwald für die Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft e.V. einen lang gehegten Wunsch umsetzen. Eine zwölfbändige Ausgabe der schönsten Gerstäcker-Romane, behutsam überarbeitet, aber ohne Kürzungen, dazu mit passenden Illustrationen, wurde geplant. Realisiert wurden dann leider nur 6 Bände als Gemeinschaftsausgaben im Verlag Neues Leben, Berlin und dem Union-Verlag, Stuttgart. Der Hintergrund zu dieser Gemeinschaftsausgabe war die Möglichkeit, in der DDR preiswert zu drucken. Der Verlag Neues Leben erhielt die Genehmigung zu einer eigenen Ausgabe durch den Auftrag aus dem Westen. Erkennbar sind diese Ausgaben an den unterschiedlichen Papierqqulitäten auch vom Buchvolumen her. Der Grafiker Uwe Häntsch lieferte stimmungsvolle Illustrationen. Alle Bände waren prachtvoll ausgestattet, in Leinen gebunden, mit Kaptalband und Lesebändchen, dazu einem Umschlag. Durch die dann erfolgte Deutsche Einheit entfiel die preiswerte Druckmöglichkeit, es blieb bei diesen sechs Bänden:

Die Regulatoren in Arkansas. Bearb. von W. Bittner, 1987, 592 Seiten mit Nachwort.

Die Flußpiraten des Mississippi. Bearb. von W. Bittner, 1988, 598 Seiten mit Nachwort.

Tahiti. Bearb. von T. Ostwald, 1987, 550 Seiten mit Nachwort.

Gold. Bearb. von T. Ostwald, 1989, 610 Seiten mit Nachwort.

Unter dem Aquator. Bearb. von W. Bittner, 1990, 688 Seiten mit Nachwort.

Im Busch. Bearb. von T. Ostwald, 1990, 358 Seiten mit Nachwort.

Hinweis: In den Ausgaben des Verlages Neues Leben wurde teilweise das Nachwort der Herausgeber weggelassen.

Diese Neuausgabe ist noch immer die wohl am besten lesbare und dabei ungekürzte Textfassung, wenn es um das "Erstlesen" oder "Wiederlesen" des Autors geht. Aufgrund der Bearbeitungen jedoch für wissenschaftliche Arbeiten nicht zitierfähig.
Waidmanns Heil! Nachdruck für die Fa. E. Kettner, Köln. 500 numerierte Exemplare, Hrsg. von Thomas Ostwald und Egon Grieger, 1980

Aus der See. Drei Erzählungen. Nachdruck der Ausgabe 1855 der Reihe "Album. Bibliothek deutscher Originalromane der beliebtesten Schriftsteller", Auflage 225 Exemplare, davon 200 numeriert, Braunschweig, 1987. 25 Exemplare wurden als Sonderausgabe in Halbleder gebunden und römisch numeriert. Von der grün eingebundenen Reihe sind noch geringe Restmengen lieferbar, bitte anfragen.

Wie der Christbaum entstand. Ein Märchen von Friedrich Gerstäcker. Nachdruck der 6. Auflage mit Illustrationen. Braunschweig, 2002, 152 Seiten, gebunden. 100 numerierte Exemplare. Noch geringe Restmengen vorhanden, bitte anfragen.

Ausdrückliche Warnung: Seit einiger Zeit werden kuriose Buchausgben im Internet u.a. angeboten. Es handelt sich dabei um elektronisch erzeugte Umsetzungen der alten Schriften, die niemand noch einmal angesehen hat - das Ergebnis ist einfach unschön. Zudem sind die Bände preislich viel zu hoch angesetzt und oft, wie im Falle des Romans "Tahiti" nicht gekennzeichnet, was den Umfang betrifft. Im Fall des Südsee-Romans erhält man für einen Preis von über 40 Euro noch ein Fragment - den ersten Band.

Streíf- und Jagdzüge in einer Neuausgabe. In der Edition Terra Incognita ist ein Nachdruck der 2. Auiflage von 1856 erschienen. Ein Vergleich mit der von uns vorgelegten Nachdruckausgabe der 1. Auflage von 1844 zeigt die Unterschiede im Satzspiegel und damit im Umfang auf - Bd 1 enthält 312 Seiten statt 326, Bd. 2 enthält 324 Seiten statt 310 Seiten, wobei das Vorwort von FG in der ersten Auflage fehlt und durch ein kürzeres von ihm ersetzt wurde. Warum der Band jedoch als "unveränderter Faksimilereprint" (sic!) bezeichnet wird, erschließt sich dem Betrachter nicht, zumal einige vollkommen unnötige Abbildungen einer späteren Ausgabe eingefügt wurden. Fazit: Für Liebhaber der unbearbeiteten Texte bedingt empfehlenswert.

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